Wenn Pilze Bäume essen

findet eine Metamorphose statt:

die Pilze verfärben das Holz!


Regeneration

Bäume können von Pilzen in ihre elementaren Bestandteile aufgespalten werden, deshalb nehmen Pilze eine Schlüsselstellung in den Kreisläufen des Ökosystems Wald ein – sie bilden das letzte und erste Glied der Nahrungskette und schließen somit den Stoffkreislauf der Natur. Indem Pilze totes organisches Material  abbauen und die darin enthaltenen Stoffe in anorganische Nährsalze umwandeln, können diese Nährstoffe und Mineralien als Ausgangsmaterial wieder für den Aufbau neuer Biomasse genutzt werden. Ohne diese Fähigkeit holzzersetzender Pilze könnten diese Nährstoffe nicht wieder in das Ökosystem zurückgeführt werden. Pilze unterstützen somit die Regeneration des Ökosystems.

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Verfärbung

Die Struktur des Holzes verändert sich, wenn Pilze es mithilfe von Enzymen zersetzen um sich von seinen Bestandteilen zu ernähren. So kommt es zu Verfärbungen die – je nachdem wie sich die Interaktion der Pilze im Holz abspielt – in drei Arten unterschieden werden:

Weißfäule

Es werden mehr als eine Million Pilzarten vermutet, die weiße Verfärbungen im Holz verursachen. Weißfäulepilze zerlegen alle drei Hauptkomponenten des Holzes: Lignin, Zellulose & Hemizellulose.

Vorrangig wird von Weißfäule-Pilzen das braune Lignin abgebaut – welches dem Holz seine Farbe gibt – und die helle Zellulose bleibt intakt zurück. Das somit gebleichte Holz erscheint weißlich verfärbt.

 

 

Pigmentierung

Pilze dieser Art können extrazelluläre Pigmente im Holz einlagern. Diese Pigmente lassen das Holz in unterschiedlichen Farben erscheinen —z.B. grün, rosa, blau, violett.

Viele dieser Pilze zersetzen die Grundstoffe des Holzes relativ langsam, sodass auch großflächige Verfärbungen im Holz entstehen können ohne dass dabei das Holz zu schwammig morsch wird.

Zonen-Linien

Diese Verfärbungen kommen zustande, wenn Pilze im Holz aufeinandertreffen. Bei einer solchen Begegnung bildet jeder Pilz eine schützende Grenze an seiner Außenfläche, um das Areal im Holz, welches er für sich beansprucht, zu markieren. Die dabei entstehende dreidimensionale Grenzschicht schützt als Barriere die Nahrungsressourcen des Pilzes. Auf der Holzoberfläche werden  somit die Zonen-Linien der unterschiedlichen Pilzkulturen, die sich im Holz begegnen, sichtbar.